Fotograf Berufskrankheiten und was man für seine Gesundheit tun kann.

Mit meinen 47 Jahren fühle ich mich zwar noch nicht zum alten Eisen gehörend. Aber die tägliche Arbeit am Bildschirm ist langfristig sicher alles andere als gesundheitsfördernd. Vorallem, wenn man keinen Ausgleich hat. Was kann ich also tun, um typischen Fotograf Berufskrankheiten vorzubeugen und durch meinen Beruf so wenig wie möglich Schaden zu nehmen?

Frau mit Brille hat Rückenschmerzen

Fotografin sitzt auf einem ergonomischen Bürodrehstuhl

Zuerst einmal ist wichtig, gerade zu sitzen. Das fällt einer Generation, die sowieso schon mehr auf dem Rücken sitzt als auf dem Po, natürlich besonders schwer, und sieht wohl auch uncool aus, aber es entlastet die Wirbelsäule und macht Dich für lange Sitzungen am Monitor fit. Ich habe Glück gehabt und von meiner fürsorglichen Partnerin einen ergonomischen Bürodrehstuhl geschenkt bekommen, der absolut keine Wünsche offen läßt.

Natürlich ertappe ich mich auch immer wieder dabei, wenn ich zusammengefallen mit krummem Rücken und mit dem Kinn fast auf der Tastatur kauernder Sitzhaltung vor der Kiste hocke und mir der Rücken weh tut. Aber spätestens dann richte ich mich auf, setze mich gerade hin, drücke meinen unteren Rücken an die Lordosenstütze meiner Stuhllehne, lege meine Unterarme auf die Lehnen, die sich prima in der Höhe, der Richtung und im Winkel einstellen lassen. Und plötzlich nehme ich ein Gefühl der Leichtigkeit wahr und schaffe noch richtig gut was weg.

  • Augenfreundlicher Monitor
    Das wichtigste Organ ist für uns Fotografen zweifelsohne unser Augenpaar. Ohne unsere Augen könnten wir unseren Beruf nicht ausüben. Auch wenn uns theoretisch zur Fotografie ein einzelnes Auge reichen würde. Es ist sicher besser, noch ein zweites, funktionierendes zu haben.
    Warum tun wir aber ausgerechnet für das wichtigste Organ so wenig? Warum strapazieren wir unsere Augen jeden Tag aufs Neue, indem wir durch ungeputzte Fenster oder Brillengläser sehen? Indem wir einen Monitor benutzen, dessen Bildfrequenz unsere Augen (über-)fordert?
    Was wir zusätzlich noch täglich machen sollten, ist unsere Augen trainieren. Das geht recht einfach, indem wir abwechselnd auf nah und fern gelegene Objekte blicken und diese mit unseren Augen fokussieren. Dies kann man auch abwechselnd mit je einem zugehaltenen Auge sehr effektiv machen.
    Ab und zu eine rohe Karotte essen, soll auch einen positiven Effekt haben. Alternativ dazu könnte man zu einem Beta-Carotin-Produkt greifen.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz
    Grundsätzlich bedarf es natürlich keiner Ausstattung für ein paar tausend Euro, um ergonomisch korrekt zu sitzen. Im Grunde reicht es, sich seiner idealen Sitzhaltung bewußt zu sein und diese einzuhalten:

    • Aufrechtes Sitzen
    • Den Kopf nicht neigen, um auf den Monitor zu sehen (Monitorpodest)
    • Wer mit allen zehn Fingern schreiben kann, ist im Vorteil, weil er nicht laufend auf die Tastatur sehen muss…
    • Eine ergonomische Maus mit vertikaler Führung: ich kann die Maus von CSL empfehlen (siehe unten). Sie kostet keine 20 EUR und ist ideal in der Bedienung. Mit kann die Auflösung (Geschwindigkeit) per Klick in drei Stufen einstellen. Außerdem gibt es weitere Funktionstasten. Sie benötigt allerdings eine rauhe Unterlage, also ein Mousepad.
  • Bewegung, Sport

    Ich habe in meiner Jugend Schlagzeug gespielt und bin viel Fahrrad und später Motorrad gefahren. Dadurch habe ich mir über die Jahre eine recht stabile Rückenmuskulatur antrainiert. Seit ich allen drei Sachen nicht mehr regelmäßig nachgehen kann, mache ich morgens immerhin noch ein Workout. Im Sommer fahre ich ein- bis zweimal die Woche mit dem Fahrrad ins Studio (15km) und im Winter schwimme ich einmal die Woche ein paar Bahnen. Das ist sicher nicht viel, aber immerhin besser als gar nichts.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

    Schlimmes Wort. Aber recht nützliche Sache. Ich habe eine solche Versicherung schon vor Jahren abgeschlossen, als ich noch als Bautechniker arbeitete. Meine BU hat keine so genannte abstrakte Verweisung, das heißt, sobald ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, muss ich nicht irgendeiner anderen Tätigkeit nachgehen, die ich trotz meiner Einschränkung ausführen kann. Beispiel: wenn ich mein Augenlicht verloren habe, kann ich laut abstrakter Verweisung noch immer prima im Callcenter arbeiten 😉

Mich würde natürlich interessieren, was Ihr denn so macht, um Fotograf Berufskrankheiten vorzubeugen?

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