Stockfotografie Motive

Vereinfacht kann man sagen, dass es eigentlich nichts gibt, was man nicht fotografieren und in den Stockagenturen zum Verkauf anpreisen kann. Ausnahmen sind natürlich sämtliche Gewalt verherrlichenden und pornographischen Motive. Obwohl, auch für Pornographie gibt es Agenturen, so genannte ContentShops. Ferner werden Logos und Marken, sowie markenrechtlich geschützte Stockfotografie Motive von den Stockagenturen nicht akzeptiert, es sei denn es handelt sich um so genannte redaktionelle Bildbeiträge, die ausschließlich zur Berichterstattung genutzt werden dürfen. Auf diese Art Fotos gehe ich weiter unten im Text noch einmal gesondert ein.

Wie in allen Bereichen der Fotografie gibt es auch in der Stockfotografie keine Einheitlichkeit in Bezug auf die Gestaltung oder auf die Komposition. Alle Arten von Stilen, Looks, Aufnahmewinkeln, Locations, Models, Gegenstände können fotografiert werden und finden sicher auch Käufer. Das einzige, was bei Stockagenturen oft nicht funktioniert, sind abstrakte Kunst und diverse surreale Installationen.

Tabletop

In den Anfangszeiten der Stockfotografie waren es vorallem Motive, die vor weißem Hintergrund fotografiert wurden; so genannte Freisteller. Lange Zeit erkannte man daran typische Stockbilder. Doch dieser Trend ist längst nicht mehr der Standard, auch wenn er deshalb nicht an Beliebtheit verloren hat. Freigestellte Bilder lassen sich nämlich auch hervorragend weiter verarbeiten. Ein Vorteil dieser Art von Stockfotografie ist auch, dass sich der technische Aufwand in Grenzen hält. Denn für viele kleinere Gegenstände reicht oftmals schon, einen weißen Tisch vor eine weiße Wand zu stellen und das Set mit ein bis zwei Lampen auszuleuchten.

Flatlays

Eine beliebte Variante der Tabletopfotografie sind Stillleben in Form von so genannten Flatlays. Sie bestehen in der Regel aus einem Untergrund, der nicht unbedingt nur weiß sein muss und darauf aufgelegten Gegenständen. Aus Onlineshops kennt man solche Bilder mit Kleidung, die einfach auf weißem Hintergrund von oben abfotografiert wurde. Nicht besonders kreativ, aber sehr nützlich, um Eigenschaften und Details von Kleidung hervorzuheben.

Flatlay Stockfotografie mit einfachsten Mitteln im Studio

Flatlay Stockfotografie mit einfachsten Mitteln im Studio

Flatlays eignen sich aber auch hervorragend für viele andere Stockfotografie Motive. Zum Beispiel, um saisonale Hintergründe zu erschaffen. Im Bild oben siehst Du den Aufbau für die Anfertigung einiger winterlicher Hintergrundsmotive mit Weihnachtsschmuck auf Kunstschnee. Das tolle an dieser Art Fotografie ist auch, dass sich die Kosten im Rahmen halten. Anfangs investiert man zwar deutlich mehr in Hintergründe, Dekoartikel und kleine Hilfsmittel. Aber danach ist man sehr flexibel und kann praktisch zu jeder Saison neue Motive fotografieren.

Natur & Landschaften

Blumen, Blüten, Bäume, Insekten und diverse Tiere, alles zusammengefasst in Landschaftsfotografie. Hat jeder schonmal gemacht, kann eigentlich auch jeder, und mit Polarisationsfilter und einem guten Stativ sind solche Motive im Grunde genommen idiotensicher. Auf den Seiten der Stockagenturen wimmelt es deshalb von solchen Motiven. Stockfotografie Motive dieser Art werden sicher auch immer wieder angekommen bei den Agenturen. Aber damit werdet Ihr vermutlich kein oder kaum Geld verdienen. Eben deshalb, weil es jeder kann und auch macht. Vorallem Anfänger.

Hintergründe

Auch super einfach zu fotografieren und deshalb sehr beliebt als Stockfotografie Motive sind Hintergründe. Da bietet sich ja praktisch jede erdenkliche Fläche in der unmittelbaren Umgebung eines jeden Fotografen an: Hausfassaden, Gehwege, Straßen, Innenwände, Waldwege, Rasen- und Grünflächen, Äcker etc.pp. Ich habe mir mal einen Nachmittag die Kamera geschnappt und bin durch meine Nachbarschaft spaziert. Dabei habe ich circa 100 verschiedene Motive fotografiert und am nächsten Tag verarbeitet. Auf Shutterstock hatte ich damit recht guten Erfolg. Bei Fotolia eher weniger. Vielleicht waren meine englischen Schlagwörter besser? Aber richtige Dauerbrenner sind diese Bilder nie geworden.

Verblendmauerwerk

Hintergrund Textur verfugtes Blendmauerwerk Verblender Fassade aus DF Ziegeln

Wenn man sich aber mit Grafikprogrammen wie Photoshop gut auskennt, kann man aus zwei solcher Fassaden auch in Windeseile tolle Kulissen zaubern, die gern als Hintergründe für diverse Reklame genutzt werden. Alles was man dazu benötigt ist ein glaubwürdiger Fußboden und eine passende Wand. Die Wandtextur läßt man in der Regel so wie sie ist. Lediglich den Fußboden passt man durch perspektivische Verzerrung entsprechend an.

Leerer Raum mit Holzfussboden und Betonwand

Leerer Raum mit Holzfussboden und Betonwand

Editorials – Redaktionelles Bildmaterial

Nicht alle Microstockagenturen vertreiben redaktionelle Bilder zur Berichterstattung. Aber bei Shutterstock, iStock und 123RF bin ich schon viele dieser Motive losgeworden. Vorteil und Nachteil sind bei diesen Bildern wieder identisch: jeder kann sie fotografieren und jeder tut es. Ganz gängig sind hier zum Beispiel Bilder von Markenschildern wie Automarken, Tankstellen, Supermärkten und so weiter. Schon etwas schwieriger sind Motive von Menschen des öffentlichen Lebens. Pressefotografen machen es oft so, dass sie die besten Bilder an Redaktionen direkt verkaufen. Alles andere dann über Stockagenturen.

Im nächsten Abschnitt zum Thema Stockfotografie Motive möchte ich mich den etwas spezielleren Bildern widmen. Bilder, die sich wirklich gut und oft verkaufen und mit denen man wirklich gutes Geld verdienen kann: Fotos von und mit Menschen.


Fotos von und mit Menschen

Menschen identifizieren sich vorallem mit Menschen. Deshalb verkaufen sich natürlich auch ganz besonders gut Motive von Menschen in genau den Situationen wie sie Bildkäufer auf der ganzen Welt jeden Tag suchen und kaufen. Die einfachste Form der Bildsprache kann sehr eindrucksvoll sein, wenn das Motiv genau die richtige Message zum textlichen Inhalt transportiert.

Mimik und Gestik

Die einfachste Form von Stockportraits sind Aufnahmen von einzelnen Personen. Talentierte Modelle sind in der Lage mittels ihres Gesichtsausdrucks und gegebenenfalls mit einer angedeuteten Handbewegung Gefühle darzustellen. Einfache Ausdrücke sind zum Beispiel Glück, Angst, Traurigkeit, Schreck, Überraschung, Ekel usw.

Kombiniert man diese Gesichtsausdrücke wiederum mit authentischen Requisiten und Bekleidung, kommt die Message noch viel deutlicher rüber. Hat das Model passend zur angeekelten Mimik eine Toilettenbürste in der Hand und Gummihandschuhe an, kann man sich viel genauer vorstellen, wie widerlich es in dem Moment stinkt. Steht das Model zudem noch vor einer braun besprenkelten Kloschüssel, ist die Widerlichkeit perfekt.