Stockfotografie Technik

Bei der Wahl der technischen Ausstattung wird viel philosophiert. Die Technikverliebten mögen es mir verzeihen. Aber ich vertrete den Standpunkt, dass die Entstehung eines guten Fotos nicht davon abhängig ist, wie neu oder teuer das Equipment ist, mit dem es aufgenommen wurde. Vielmehr sehe ich es so, dass ein guter Fotograf mit der Stockfotografie Technik, die er hat, das Beste herausholen kann. Entsprechend nüchtern ist auch mein Bestand an technischem Gerät.

Ich möchte hier noch betonen, dass ich zu 80% Bilder von und mit Menschen mache und meine Ausstattung dahin gehend ausgerichtet ist.

Grundausstattung

Um in der Stockfotografie Fuss fassen zu können, sollte man heutzutage über eine Kamera verfügen, die mit mindestens 20 Megapixel auflöst. Nach oben gibt es keine Grenze. Aber nötig ist es nicht unbedingt. Vorallem deshalb nicht, weil in den meisten Printmedien das größtmögliche Format eine Doppelseite ist, die bei einer Auflösung von 300dpi sauber und scharf abgebildet werden kann.

Seit gut sechs Jahren arbeite ich vorwiegend mit meiner Canon EOS 5D Mark II. Die ist zwar inzwischen etwas in die Jahre gekommen, aber sie steht ihrer Nachfolgerin, der Mark III, in Sachen Bildqualität in nichts nach. Gebraucht sind diese Kameras mittlerweile schon für 700 € zu bekommen. Auch von Nikon und Sony gibt es ähnlich gute Kameras. Für das Handschuhfach oder die Jackentasche habe ich eine Samsung WB850, mit der ich schon so manchen guten Schnappschuss gemacht habe.

Und zu guter Letzt braucht man noch ein Stativ. Oder zwei? Oder drei?

  • Ich habe ein Manfrotto MT055XPRO Dreibeinstativ mit einem MHXPRO 3-Wege-Neiger. Sehr stabil, aber leider auch nicht sehr leicht. Aber Verwackler habe ich schon lange keine mehr gehabt.
  • Was ich auch wärmstens empfehlen kann, ist das Joby GorillaPod. Wenn es einfach mal coole Aufnahmewinkel sein sollen, wo Du mit einem normalen Dreibein scheiterst, dann ist das GorillaPod genau richtig.

Entfesseltes Blitzen

Zum entfesselten Blitzen empfehle ich noch einen Blick in das Buch von Thilo Gockel, zu dem ich in meinen Literaturtipps eine Kurzrezension geschrieben hab.  Hier finden kreative Fotografen jede Menge Inspiration für ihre eigenen Projekte. Herr Gockel erklärt sehr präzise und verständlich, wie man mit wenig Budget und minimalem Aufwand sehr schöne Fotos machen kann. Das entfesselte Blitzen hat den Vorteil, dass man sein Licht gezielt einsetzen kann, statt alles mit dem kamarainternen Einbaublitz oder einem aufgesteckten Aufsteckblitz frontal im TTL-Modus tot zu blitzen.

Ich nutze zwei Canon Speedlite 430 II, die ich mit einem Funk-Fernauslöser-Set von GODOX bediene. Das tolle an diesem Set ist, dass man damit wahlweise auch die Kamera fernauslösen kann. Fokussieren mit halb durchgedrückter Taste und Auslösen mit voll gedrückter Taste funktioniert einwandfrei. Viele meiner Selbstportraits sind so entstanden. Einen weiteren Kompaktblitz von SIGMA habe ich als Reserve im Fotokoffer, den steuere ich manchmal zusätzlich über eine Fotozelle mit an, um einen zusätzlichen Akzent zu setzen. Zum Beispiel als Haarlicht.

Kleiner Spartipp: wenn es Euch nicht um superkurze Abbrennzeiten oder um schnelle Bereitschaft geht, dann sind die billigen Chinesen eine echte Alternative. Aber es kann auch schon mal 10 Sekunden dauern, bis so ein Blitz wieder voll geladen ist bereit ist. Trotzdem ist diese günstige Stockfotografie Technik sehr beliebt und durchaus empfehlenswert, wenn man noch nicht über große Budgets verfügt.

Stockfotografie Technik im Fotostudio

Wenn man wie ich Menschen fotografiert und oft in dunklen Industriehallen arbeitet, kommt man um Studioblitze mit ordentlich Leistung nicht herum. Aber für kleine Produktshootings am Tabletop oder Einzelportraits sind die oben gezeigten Kompaktblitze völlig ausreichend.

Wenn Du Dir Dein eigenes Studio einrichten willst, solltest Du Dir zuvor die Frage beantworten, wie denn Dein Studio aussehen soll. Reicht es zum Beispiel, wenn Du gelegentlich die Möbel in Deinem Wohnzimmer etwas zur Seite schiebst oder soll es doch ein eigener Raum sein, der ausschließlich zum Fotografieren da sein wird?

Als erstes wären da Hintergrundsysteme zu nennen, wenn es an die Stockfotografie Technik im Studio geht. Entweder montierst Du Dir dazu Halterungen an die (möglichst hohe) Wand oder Du stellst zwei Stative im Raum auf, an die Du Deinen Fotohintergrund befestigst. Bevor ich mir mein Studio eingerichtet hatte, arbeitete ich mit den Stativen. In meiner Altbauwohnung mit 3,60m Deckenhöhe ging das hervorragend. Im Studio habe ich jetzt ein Wandsystem für drei Rollen, das einiges an Platz spart und schnell zur Verfügung steht, weil ich es nicht laufend auf- und abbauen muss.

Die Fotohintergründe gibt es aus unterschiedlichen Materialien wie Papier, Stoff oder Polyethylen. Auch gibt es unterschiedliche Breiten. Am gängigsten sind die Formate 135cm und 270cm. Bei den Papierrollen haben sich die Längen 5m und 11m etabliert. Es gibt aber auch Papierhintergründe mit 30m Gesamtlänge. Mein persönlicher Favorit sind die Fotohintergründe der Marke SAVAGE. Aber auch schwarzer, schwerer Molton ist sehr gut geeignet.

Stockfotografie Technik – Studioblitze

Ich arbeite seit fast zehn Jahren mit drei uralten, unkaputtbaren Studioblitzen von Walimex. Zwei Blitzköpfe mit je 420W und einer mit 600W, alle aus der CY-Serie. Die haben zwar auch so ihre Macken, sind aber auch super umkompliziert und vorallem stabil. Klar, es gibt nach oben wie immer keine Grenze. Aber wenn man am Anfang seiner Karriere steht und keine Kohle für ProFoto oder Hensel hat, nimmt man gern Alternativen aufs Korn.

Bei den Lichtformern müssen es nicht gleich teure Softboxen sein. Auch Durchlichtschirme erfüllen oftmals ihren Zweck, das Licht schön weich zu machen. Softboxen haben allerdings zwei Eigenschaften, die Durchlichtschirme nicht haben: zum einen kommt das Licht gleichmäßiger, zum anderen machen sie geometrische Reflexe, die zum Beispiel in Augen oder auf glatten Flächen sehr gut rüber kommen.

Es gibt natürlich noch jede Menge weiteres Zubehör, das in keinem Studio fehlen sollte. Ich gehe auf die einzelnen Dinge an anderer Stelle noch einmal vertiefender ein. Hier möchte ich diese nur der Vollständigkeit halber noch kurz erwähnen, weil jeder, der sich mit Stockfotografie Technik fürs Studio befassen möchte, diese Dinge irgendwann einmal brauchen könnte.

Im nächsten Kapitel geht es um das Thema Stockfotografie Motive.

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