Alle Jahre wieder – Meine Microstock Umsätze 2020

Wie auch in den Jahren davor nutze ich die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr für die Auswertung meiner Microstock Umsätze. Das Jahr 2020 war ja geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Ich halte es so, dass ich bei Stagnation gern auch mal über den Tellerrand hinaus schaue, um mich gegebenenfalls umzuorientieren. Das letzte Jahr war denn auch von einigen Veränderungen bei mir geprägt. Sowohl geschäftlich als auch privat und persönlich.

Meine Microstock Umsätze aus den Jahren 2015 bis 2019

Am Anfang des Jahres sah es noch ganz rosig aus. Ich stand in den ersten Verhandlungen mit zwei meiner Dauerkunden im Automotive-Sektor. Und die ersten Lastminute-Anfragen zu Hochzeiten kamen auch schon rein. Am Jahresanfang eigentlich normal, dass es etwas hektischer zu geht bei mir. Viel Reiserei innerhalb Tschechiens, Deutschland und Österreich. Und ganz nebenbei entwickelte sich eine bedrohliche Pandemie aus China namens COVID-19, die wider Erwarten dann auch in Europa sehr schnell Einzug erhielt. Und spätestens als die Infektions- und Todeszahlen in der Alpenregion ins schier Unendliche schossen war allen klar, dass was passieren musste.

Für mich bedeute das fast von einem auf den anderen Tag, dass die Budgets im Marketing reduziert und die Verhandlungen bis auf weiteres eingestellt wurden. Als dann die ersten Länder Lockdowns anordneten, wurden auch Hochzeitstermine und Reservierungen aus dem Vorjahr gecancelt. Und so ging es dann auch erstmal weiter. Zumindest in Deutschland und später auch in Österreich.

Enfant terrible Shutterstock

Im Juni 2020 kam dann der zweite Knaller des Jahres. Shutterstock kündigte an, dass sich zukünftig die Vergütungsstruktur für Bildlieferanten massiv ändern wird. War die Höhe der Vergütung bisher vom generierten Gesamtumsatz abhängig, so wird ab 2021 und fortan ebenfalls zum Jahresanfang alles auf Null gestellt, und die prozentuale Verteilung der Anteile beginnt von Neuem. Weltweit hat dies zu erheblichen Protesten in der Szene der Microstock-Lieferanten geführt, und viele haben ihre Lieferungen aus Protest eingestellt. Einige sowohl Bilder als auch Footage, andere nur Footage. Ich habe mich entschlossen, nur noch einige wenige Bilder hochzuladen bei Shutterstock. Nachdem ich das erste Mal nur noch $2,31 für eine Videosequenz bekam, die vorher mehr als das Zwanzigfache generierte, stellte ich meine Lieferungen für Footage bei Shutterstock komplett ein. Sofern sich an der Vergütung nichts ändern wird bei Shutterstock, werde ich mich mit der Belieferung weiterhin zurückhalten. Hier und da mal ein paar B-Klasse-Fotos vielleicht. Mehr Zeit, sich anderen Agenturen zu widmen.

Bildverschenkungsplattformen Unsplash und Co.

Plattformen wie Unsplash, Pixabay und so weiter sind vom Prinzip eine tolle Idee, um Fotografen die Möglichkeit zu geben, ihre Bilder einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Und natürlich kann niemand niemandem vorschreiben, dass er für die eigene Arbeit Geld nehmen soll. Und so erfreuen sich diese Plattformen auch sehr großer Beliebtheit bei Bloggern und Redakteuren weltweit. Sehr zum Leidwesen der Microstock Bildlieferanten, die ohnehin schon verschwindend geringe Anteile an den vertriebenen Lizenzen bei den Microstockagenturen verdienen. Ich denke mal, dass sich dieser Trend ebenfalls auf meine Microstock Umsätze ausgewirkt hat.

Stockfotografie eBook

Das unerwartet hohe Kontingent an „gewonnener“ Freizeit nutzte ich bis Ende Mai dazu, meine bisherigen Erfahrungen mit der Stockfotografie niederzuschreiben und in Form eines eBooks zu veröffentlichen. Es kann einfach als PDF heruntergeladen und ausgedruckt oder mittels Konverter natürlich auch auf diversen Readern gelesen werden. Als Bonus gibt es noch meine TOP10-Tipps für den Erfolg in der Stockfotografie dazu. Außerdem kannst Du Dir noch ein weiteres Bonus-eBook herunterladen, das meine 10 schlimmsten Fehler in der Stockfotografie beschreibt, damit Du nicht die gleichen Fehler machst wie ich zu Anfang.

Ich habe das eBook bisweilen nur im Stockfotoforum propagiert und auf meiner Facebookseite. Vielleicht mache ich demnächst nochmal eine kleine Kampagne in den sozialen Medien. Die Erträge können sich sehen lassen. Ich danke an dieser Stelle für die Treue vieler meiner Leser/-innen und Blogbesucher/-innen. Vielen Dank für Euer Feedback.

Meine Microstock Umsätze 2020

Nun aber endlich zu den Ergebnissen, die im Vergleich zu den Vorjahren – wie zu erwarten war – wesentlich magerer ausgefallen sind.

AdobeStock 1.453,81 € / im Jahre 2019 1.718,27 (-246,46 €)
Shutterstock 1.177,13 € / im Jahre 2019 1.891,23 (-714,10 €)
iStock 256,54 € / im Jahre 2019 333,44 (-76,90 €)
Depositphotos 85,02 € / im Jahre 2019 105,67 (-20,65 €)
Dreamstime 33,26 € / im Jahre 2019 52,85 (-19,59 €)
123RF 30,85 € / im Jahre 2019 47,77 (-30,85 €)

Die Agenturen Alamy, Colourbox, CrushPixel, EyeEm und POND5 habe ich nicht mit aufgeführt. Die dort generierten Umsätze beeinflussen das Gesamtergebnis nur geringfügig.

Insgesamt betrugen meine Microstock Umsätze 2020 also 3.036,61 EUR. Das sind 1.304,92 EUR, also 30% weniger als im Vorjahr. Meine monatlichen Einnahmen schrumpften von 369,71 Euro im Vorjahr auf nunmehr 253,05 Euro. Das sind stolze 116,66 Euro weniger pro Monat. Einbußen, die sich in der Tat bemerkbar machen können.

Wie wird das Jahr 2021 werden?

Anlässlich der jüngsten Entwicklungen auf dem Markt denke ich, dass sich die Situation in Sachen Microstock noch weiter verschlechtern wird. Um in der Topliga mitzuspielen, muss man dauerhaft und viel erstklassiges Bildmaterial liefern. Als Einzelkämpfer ist das nur einigen wenigen vorbehalten. Vorwiegend denen, die in der Pionierzeit mit am Start waren und heute entsprechende Portfolios und daraus resultierende Rankings vorweisen können. Inwieweit das der oder die Einzelne mitmachen will oder kann, muss jede/r für sich selbst entscheiden.

Mein Testballon flog im Jahre 2015 recht gut davon und hat sich immerhin fünf Jahre lang auf gleichbleibender Flughöhe befunden. Jetzt gab es den ersten massiven „Absacker“. Ich vermute,  dass das erst der Anfang einer stetig weiter fallenden Kurve sein wird.

Um die Kosten gering zu halten, reduziere ich die Arbeit mit Models und konzentriere mich nun weiter auf Bildkompositionen und Konzeptbilder. Ich denke, dass ich auch in Sachen Flatlays und Foodfotografie noch einiges umsetzen werde. Wie viel es am Ende sein wird, sehen wir dann im Dezember.

Zum Glück gibt es noch viele andere Möglichkeiten, als Fotograf Geld zu verdienen. Und so kann man Verluste wie diese dann gut abfedern.

Hier nochmal meine Auswertungen der Microstock Umsätze aus den Vorjahren im Überblick

 

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