Shutterstock Rezension

€1.891,23 hat mir Shutterstock im Jahre 2019 an Umsätzen beschert

Unabhängig davon, dass Shutterstock mich im letzten Jahr wirklich in mehrfacher Hinsicht überraschte, möchte ich mich in diesem Beitrag mal daran wagen, eine Rezension dieser Microstockagentur zusammen zu stellen.

Seit 2003 gibt es Shutterstock schon und wie es scheint, haben die Herrschaften im Management bis jetzt vieles richtig gemacht. Auch wenn es in der Vergangenheit mehrfach und genügend Gründe gegeben hat, auf dieses börsennotierte Unternehmen böse zu sein. Eines steht fest: Shutterstock gehört zu den größten drei Microstockagenturen der Welt. Wer hier seine Bilder verkauft, erreicht eine weltweite Klientél.

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Im April 2015 hatte ich die Aufnahmeprüfung bei Shutterstock bestanden. Fortan lud ich meine Bilder dort ebenfalls hoch. Damals gab es bei Fotolia noch die Möglichkeit, Bilder teilexklusiv anzubieten. Deshalb hatte ich bei Shutterstock immer einige hundert Bilder weniger im Portfolio. Wider Erwarten ging es dann auch schon am ersten Tag mit den Einnahmen los…

Monatliche Erträge Microstock 2015

Shutterstock machte mir von Anfang an Spass

Was kann man bei Shutterstock verdienen?

Vor dem Juni 2020 konnte man bei Shutterstock noch nach der alten Staffelung verdienen, bei der die Höhe der Vergütung in vier Stufen eingeteilt war, die sich an den insgesamt erzielten Umsätzen orientieren. Diese Vergütungsumsätze waren in die Etappen 0-500$, 500-3.000$, 3.000-10.000$, sowie über 10.000$ gestaffelt. In der nachfolgenden Tabelle sind die einzelnen Höhen der Vergütungen aufgeschlüsselt:

Die alte Vergütungsstruktur bei Shutterstock

Diese Zeiten sind seit Juni 2020 vorbei. Ich hatte hierzu schon einen kurzen Beitrag geschrieben. Das neue Vergütungssystem bei Shutterstock wird nun jeweils zum Anfang des Jahres auf Null gestellt. Und alle Lieferanten fangen von Neuem mit der Umsatzrally an. Besonders für Anfänger dürfte dies eher demotivierend sein.

Die neue Vergütungsstruktur bei Shutterstock sieht folgendermaßen aus:

Bildverkäufe:

  1. Stufe = bis zu 100 Verkäufe = 15% Anteil je Lizenzverkauf
  2. Stufe = 101 – 250 Verkäufe = 20 %
  3. Stufe = 251 – 500 Verkäufe =  25%
  4. Stufe = 501 – 2500 Verkäufe = 30%
  5. Stufe = 2501 – 25000 Verkäufe = 35%
  6. Stufe = über 25000 Verkäufe =  40%

Footage:

  1. Stufe = bis zu 10 Verkäufe = 15% Anteil je Lizenzverkauf
  2. Stufe = 11 – 50 Verkäufe = 20 %
  3. Stufe = 51 – 250 Verkäufe =  25%
  4. Stufe = 251 – 5000 Verkäufe = 30%
  5. Stufe = 5001 – 25000 Verkäufe = 35%
  6. Stufe = über 25000 Verkäufe =  40%

Für mich bedeutet das wohl, dass ich meine bisherigen Einkünfte nicht annähernd mehr erreichen werde. Wie sich meine Umsätze nach dem „Reset“ nun im Jahre 2021 entwickeln, bleibt abzuwarten. Besonders optimistisch bin ich nicht. Mir fehlt ehrlich gesagt auch die Motivation, meine guten Bilder zu verschenken.

Unkomplizierter Upload

Der Upload läuft bei Shutterstock ohne großartige Hürden. Alle Anforderungen werden natürlich ausführlich in der Hilfe dokumentiert. Aber im Grunde genommen läuft alles intuitiv.

Bilder können direkt über die Website hochgeladen und eingestellt werden. Footage muss per FTP-Client hochgeladen werden. Dies erfolgt einfach mittels Benutzernamen und Passwort.

Beim Einstellen der Bilder schlägt Shutterstock zusätzliche Schlagworte vor. Zusätzlich kann man von einem kostenlosen Keyword-Tool Gebrauch machen. Hier reicht es, sich aus dem vorhandenen Bestand mindestens drei Bilder auszuwählen, und im Handumdrehen werden einem eine Auswahl der relevantesten Schlagworte, sowie weitere Optionen, die auch gut ins Thema passen können, vorgeschlagen. Ich nutze dieses Tool nicht allzu oft, aber wenn ich mal nicht weiter wusste, hat es mir immer gut geholfen.

Anschließend kann man seinem Bild zwei Kategorien zuordnen. Eine ist Pflicht, die zweite optional. Zusätzlich ist es möglich, eine Ortsangabe zu machen (Betaphase).

Das Backend zum Bildupload bei Shutterstock

Sofern es sich bei den einzureichenden Dateien nicht um Bilder oder Videos zur redaktionellen Nutzung handelt, sind für erkennbare Personen und Eigentum entsprechende Freigaben anzufügen. Handelt es sich um Inhalte für Erwachsene (Nacktheit oder freizügige Schlagworte) muss das abgebildete Model mindestens 18 Jahre alt und mit Portrait und Personalausweis auf der Modelfreigabe abgebildet sein.

Die Dauer für die Bildprüfung ist mit bis zu fünf Tagen angegeben. Bei mir dauert Annahme normaler Stockfotos in der Regel nicht länger als 24 Stunden, und meine Quote der Dateien, die durchkommen, liegt derzeit bei etwa 95%. Shutterstock setzt hier inwischen auf vollautomatische künstliche Intelligenz. Leider gibt es hierzu Abzüge in der B-Note, weil es auch viele Falschinterpretationen gibt und beispielsweise zusammen hängende Bildserien nicht als solche erkannt werden.
Footage wird bei mir binnen 3-5 Tagen geprüft. Zu Vektoren habe ich leider keine Informationen bzw. eigene Erfahrungswerte.

Der Katalogmanager

Das Herzstück der Administration für Bildlieferanten bei Shutterstock ist meines Erachtens der Katalogmanager. Hier laufen Organisation, Bearbeitung und Auswertung in übersichtlicher Form zusammen.

  1. Sets anlegen für die Übersicht
    Man kann seine Bilder bei Shutterstock in Sets organisieren. Wird ein Bild aus dieser Sammlung dem Bildkäufer angezeigt, erscheinen weitere Bilder daraus unterhalb der Anzeigeseite im Frontend. So können Kunden auch gleich sehen, was Du noch im Angebot hast.
  2. Bilddaten nachbearbeiten
    Im Katalogmanager hat man zudem die Möglichkeit, die Daten seiner Bilder nachzubearbeiten. Die Beschreibung kann genauso geändert werden, wie die Schlagworte und die Kategorien. Nach einer Änderung werden die Bilder allerdings wieder neu eingegliedert und eventuelle gute Rankings verliert man dann wieder.
  3. Statistiken
    Ebenfalls sehr hilfreich sind die Insights (Einsichten) bei Shutterstock. Hier sind es besonders die Top-Performer, die Dir Aufschluss darüber geben, welche Deiner besonders erfolgreich sind und mit welchen Schlagworten bevorzugt nach ihnen gesucht wurde. So weißt Du schnell, was gefragt ist, und wo Du nachliefern solltest.

Fazit

Shutterstock war viele Jahre für mich, nach Fotolia, der große Sympathieträger in Sachen Microstock. Besonders, nachdem Adobe Fotolia übernahm, habe ich Shutterstock eine zeitlang sehr liebgewonnen, wenn man das so sagen kann. Doch Adobe hat viele Punkte wieder wettgemacht. Und spätestens seit der radikalen Kürzung der Vergütungen, hat der einstige Microstock-Pionier viel an Sympathie verloren bei mir. Besonders wenn man sich anschaut, wie sich das Management gegenüber den Aktionären präsentiert, wird einem als Bildlieferant klar, dass man komplett ausgenutzt wird. Aber das ist meines Erachtens auch ein allgemeines Problem, das dem gesamten Microstockmarkt anhaftet. Bei gesünderen Vergütungsstrukturen mag das Prinzip der Kostendeckung und Ertragssteigerung durch Mehrfachverkäufe wohl noch aufgehen. Bei Shutterstock wohl nur für einige wenige große und sehr hochwertig produzierende Anbieter.

Alle Jahre wieder – Meine Microstock Umsätze 2020

Wie auch in den Jahren davor nutze ich die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr für die Auswertung meiner Microstock Umsätze. Das Jahr 2020 war ja geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Ich halte es so, dass ich bei Stagnation gern auch mal über den Tellerrand hinaus schaue, um mich gegebenenfalls umzuorientieren. Das letzte Jahr war denn auch von einigen Veränderungen bei mir geprägt. Sowohl geschäftlich als auch privat und persönlich.

Meine Microstock Umsätze aus den Jahren 2015 bis 2019

Am Anfang des Jahres sah es noch ganz rosig aus. Ich stand in den ersten Verhandlungen mit zwei meiner Dauerkunden im Automotive-Sektor. Und die ersten Lastminute-Anfragen zu Hochzeiten kamen auch schon rein. Am Jahresanfang eigentlich normal, dass es etwas hektischer zu geht bei mir. Viel Reiserei innerhalb Tschechiens, Deutschland und Österreich. Und ganz nebenbei entwickelte sich eine bedrohliche Pandemie aus China namens COVID-19, die wider Erwarten dann auch in Europa sehr schnell Einzug erhielt. Und spätestens als die Infektions- und Todeszahlen in der Alpenregion ins schier Unendliche schossen war allen klar, dass was passieren musste.

Für mich bedeute das fast von einem auf den anderen Tag, dass die Budgets im Marketing reduziert und die Verhandlungen bis auf weiteres eingestellt wurden. Als dann die ersten Länder Lockdowns anordneten, wurden auch Hochzeitstermine und Reservierungen aus dem Vorjahr gecancelt. Und so ging es dann auch erstmal weiter. Zumindest in Deutschland und später auch in Österreich.

Enfant terrible Shutterstock

Im Juni 2020 kam dann der zweite Knaller des Jahres. Shutterstock kündigte an, dass sich zukünftig die Vergütungsstruktur für Bildlieferanten massiv ändern wird. War die Höhe der Vergütung bisher vom generierten Gesamtumsatz abhängig, so wird ab 2021 und fortan ebenfalls zum Jahresanfang alles auf Null gestellt, und die prozentuale Verteilung der Anteile beginnt von Neuem. Weltweit hat dies zu erheblichen Protesten in der Szene der Microstock-Lieferanten geführt, und viele haben ihre Lieferungen aus Protest eingestellt. Einige sowohl Bilder als auch Footage, andere nur Footage. Ich habe mich entschlossen, nur noch einige wenige Bilder hochzuladen bei Shutterstock. Nachdem ich das erste Mal nur noch $2,31 für eine Videosequenz bekam, die vorher mehr als das Zwanzigfache generierte, stellte ich meine Lieferungen für Footage bei Shutterstock komplett ein. Sofern sich an der Vergütung nichts ändern wird bei Shutterstock, werde ich mich mit der Belieferung weiterhin zurückhalten. Hier und da mal ein paar B-Klasse-Fotos vielleicht. Mehr Zeit, sich anderen Agenturen zu widmen.

Bildverschenkungsplattformen Unsplash und Co.

Plattformen wie Unsplash, Pixabay und so weiter sind vom Prinzip eine tolle Idee, um Fotografen die Möglichkeit zu geben, ihre Bilder einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Und natürlich kann niemand niemandem vorschreiben, dass er für die eigene Arbeit Geld nehmen soll. Und so erfreuen sich diese Plattformen auch sehr großer Beliebtheit bei Bloggern und Redakteuren weltweit. Sehr zum Leidwesen der Microstock Bildlieferanten, die ohnehin schon verschwindend geringe Anteile an den vertriebenen Lizenzen bei den Microstockagenturen verdienen. Ich denke mal, dass sich dieser Trend ebenfalls auf meine Microstock Umsätze ausgewirkt hat.

Stockfotografie eBook

Das unerwartet hohe Kontingent an „gewonnener“ Freizeit nutzte ich bis Ende Mai dazu, meine bisherigen Erfahrungen mit der Stockfotografie niederzuschreiben und in Form eines eBooks zu veröffentlichen. Es kann einfach als PDF heruntergeladen und ausgedruckt oder mittels Konverter natürlich auch auf diversen Readern gelesen werden. Als Bonus gibt es noch meine TOP10-Tipps für den Erfolg in der Stockfotografie dazu. Außerdem kannst Du Dir noch ein weiteres Bonus-eBook herunterladen, das meine 10 schlimmsten Fehler in der Stockfotografie beschreibt, damit Du nicht die gleichen Fehler machst wie ich zu Anfang.

Ich habe das eBook bisweilen nur im Stockfotoforum propagiert und auf meiner Facebookseite. Vielleicht mache ich demnächst nochmal eine kleine Kampagne in den sozialen Medien. Die Erträge können sich sehen lassen. Ich danke an dieser Stelle für die Treue vieler meiner Leser/-innen und Blogbesucher/-innen. Vielen Dank für Euer Feedback.

Meine Microstock Umsätze 2020

Nun aber endlich zu den Ergebnissen, die im Vergleich zu den Vorjahren – wie zu erwarten war – wesentlich magerer ausgefallen sind.

AdobeStock 1.453,81 € / im Jahre 2019 1.718,27 (-246,46 €)
Shutterstock 1.177,13 € / im Jahre 2019 1.891,23 (-714,10 €)
iStock 256,54 € / im Jahre 2019 333,44 (-76,90 €)
Depositphotos 85,02 € / im Jahre 2019 105,67 (-20,65 €)
Dreamstime 33,26 € / im Jahre 2019 52,85 (-19,59 €)
123RF 30,85 € / im Jahre 2019 47,77 (-30,85 €)

Die Agenturen Alamy, Colourbox, CrushPixel, EyeEm und POND5 habe ich nicht mit aufgeführt. Die dort generierten Umsätze beeinflussen das Gesamtergebnis nur geringfügig.

Insgesamt betrugen meine Microstock Umsätze 2020 also 3.036,61 EUR. Das sind 1.304,92 EUR, also 30% weniger als im Vorjahr. Meine monatlichen Einnahmen schrumpften von 369,71 Euro im Vorjahr auf nunmehr 253,05 Euro. Das sind stolze 116,66 Euro weniger pro Monat. Einbußen, die sich in der Tat bemerkbar machen können.

Wie wird das Jahr 2021 werden?

Anlässlich der jüngsten Entwicklungen auf dem Markt denke ich, dass sich die Situation in Sachen Microstock noch weiter verschlechtern wird. Um in der Topliga mitzuspielen, muss man dauerhaft und viel erstklassiges Bildmaterial liefern. Als Einzelkämpfer ist das nur einigen wenigen vorbehalten. Vorwiegend denen, die in der Pionierzeit mit am Start waren und heute entsprechende Portfolios und daraus resultierende Rankings vorweisen können. Inwieweit das der oder die Einzelne mitmachen will oder kann, muss jede/r für sich selbst entscheiden.

Mein Testballon flog im Jahre 2015 recht gut davon und hat sich immerhin fünf Jahre lang auf gleichbleibender Flughöhe befunden. Jetzt gab es den ersten massiven „Absacker“. Ich vermute,  dass das erst der Anfang einer stetig weiter fallenden Kurve sein wird.

Um die Kosten gering zu halten, reduziere ich die Arbeit mit Models und konzentriere mich nun weiter auf Bildkompositionen und Konzeptbilder. Ich denke, dass ich auch in Sachen Flatlays und Foodfotografie noch einiges umsetzen werde. Wie viel es am Ende sein wird, sehen wir dann im Dezember.

Zum Glück gibt es noch viele andere Möglichkeiten, als Fotograf Geld zu verdienen. Und so kann man Verluste wie diese dann gut abfedern.

Hier nochmal meine Auswertungen der Microstock Umsätze aus den Vorjahren im Überblick

 

Geld verdienen mit Shutterstock & Co

Mein neues Video bei Youtube zum Thema Geld verdienen mit Shutterstock & Co. habe ich heute veröffentlicht. Es geht im Wesentlichen um die Grundlagen, wie man mit der Fotografie von Menschen bei Stockagenturen Geld verdienen kann. Ich bespreche nicht nur die technischen Anforderungen, die Bildaussage und die Verschlagwortung, sondern gebe auch einige Tipps zum Workflow bei der Bildproduktion mit Menschen bzw. mit Modellen. Schau doch mal vorbei. Hier geht es zum Video.

Zusätzlich habe ich noch ein kleines Video erstellt, wie man bei Shutterstock Bilder einstellt und das Keyword-Tool vorteilhaft für sich nutzen kann.

Geld verdienen als Fotograf

Geld verdienen wollen wir alle. Am liebsten viel und am liebsten mit einer Beschäftigung, die uns Spaß macht. Da liegt es natürlich nahe, auch mal der Frage nachzugehen, ob man nicht mit seinem Hobby Geld verdienen kann. Und weil wir hier auf einem Blog sind, das sich im Allgemeinen mit dem Thema Fotografie befasst, will ich heute mal beleuchten, wie das Geld verdienen als Fotograf außerhalb der Stockfotografie noch funktioniert. Und um die Sache noch etwas komplexer zu machen, berücksichtige ich zusätzlich auch noch die Filmerei, also die Videografie.

Erstmal anfangen…

Ob Du im Nebenerwerb als Fotograf Geld verdienst oder hauptberuflich, das ist vom Prinzip her erstmal egal. Für die ersten Gehversuche ist es aber ratsam, erst einmal neben seinem Hauptberuf einige Fotojobs anzunehmen. So kannst Du ohne Risiko testen, ob es sich dauerhaft und hauptberuflich für Dich lohnen würde. Welche Hürden es dabei gilt, zu überwinden, darauf gehe ich dann nochmal in einem weiteren Beitrag ein. Heute soll es erstmal „nur“ darum gehen, auf welche Arten man als Fotograf Geld verdienen kann.

Den seltenen Fall, in dem Künstler mit Fotografie Geld verdienen, lasse ich hier jetzt mal aus. Natürlich gibt es einige wenige Fotografen, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem Ablichten von nackten Frauen an exklusiven Orten verdienen. Und natürlich träumen davon tausende andere Fotografen auch. Aber dazu fehlen mir ausreichend fundierte Kenntnisse, um Dir in dieser Richtung helfen zu können. Womit ich aber auch schon viel Geld verdient habe, ist die Organisation von Workshops, wo mehr oder weniger bekleidete Frauen fotografiert wurden. Doch dazu später mehr.

Hier noch einige Buchempfehlungen zum Thema Existenzgründung (es erfolgt eine umleitung zu Amazon):

Ein paar Dinge, die Dir bei der Suche nach Kunden sehr nützlich sein können, möchte ich Dir noch schnell vorab mit auf den Weg geben:

Erstelle eine Fotomappe Deiner Referenzen!

Stelle Dir eine Sammlung mit Deinen besten Bildern zusammen. Fünfzehn bis zwanzig Bilder sollten fürs erste reichen. Wenn Du mehr hast, macht es Sinn, die Mappe noch zu kategorisieren. Am einfachsten sind Bilder im Format DIN A4, die Du in Dokument-folien in einem Ringordner zusammen stellst. Diesen Ordner solltest Du fortan immer dabei haben, wenn Du neue Kunden ansprichst. Wenn Du es edler magst, kannst Du natürlich auch Fotobücher drucken.

Immer wenn ich irgendwo fotografiere, lege ich meine Bildermappe zur Ansicht aus. Ob ich in Firmen Portraits der Geschäftsführung mache oder auch wenn ich bei anderen Kollegen am Set assistiere. Es gibt immer jemanden, der gerade Zeit und Lust hat, sich meine Bilder anzusehen. Im Deckel der Mappe hab ich immer noch einige Flyer oder Visitenkarten. Das ist mein kleines Marketingpaket, das mich fast nichts kostet. Und es ist super effektiv. Inzwischen hab ich sogar zwei oder drei solcher Mappen im Auto. So hab ich meinen Lockvogel immer dabei. Und ehrlich: die Leute blättern lieber echte Fotos als mal schnell auf dem Smartphone eine Slideshow durch zu sehen…

Natürlich kannst Du Dir auch noch vorher eine Website mit WordPress erstellen, damit Deine potenziellen Kunden auch online sehen können, was Du drauf hast. Aber viel wichtiger als die Website und alle anderen Medien zur Selbstvermarktung sind die Aufträge. Das vergessen die meisten! Und darum geht es hier.

Differenziere Dich!

Hab keine Angst – oder viel besser: rede Dich nicht raus – dass überall und jede/-r heute fotografieren kann und der Markt tot ist. Heule auch nicht rum, wenn Du meinst, dass Leute mit Smartphones Dein Geschäft kaputt machen. Wenn Dich das beunruhigt, dann brauchst Du eigentlich gar nicht weiterlesen. Denn dann wird es bei Dir sowieso nichts mit dem Geld verdienen als Fotograf /-in.

Doch jetzt mal einige Beispiele, womit und wieviel Du verdienen kannst:

Familienfotografie: Babys, Kinder, Paare, Gruppen. Zuhause oder Outdoor.

Um in diesem Segment an Kunden zu kommen, geh am besten dorthin, wo Deine Kunden sich aufhalten. Auf Kinderspielplätzen kannst Du ohne Schwierigkeiten Eltern ansprechen. Zeig ihnen Deine Mappe, erkläre ihnen ein bißchen, wie und wo die Bilder entstanden sind. Das weckt Interesse und schafft Vertrauen.

Zum Beispiel kannst Du anbieten, die Familie zuhause oder an einem Lieblingsort zu fotografieren. Und wenn Du Dir beim Preis noch nicht sicher bist, dann kannst Du zum Beispiel sagen: Fotograf XY aus Z nimmt für ein solches Shooting 200€. Dafür fährt er zu seinen Kunden, fotografiert sie mindestens eine Stunde und bearbeitet dann noch zwei bis drei Stunden die Bilder. Da ist dann auch schon ein halber Tag rum.

Oder Du drehst den Spieß um und läßt die Kunden entscheiden, wieviel sie Dir für Deine Arbeit geben würden. Wenn Dir der Preis zusagt, sagst Du „Ja!“

Familienfotografen können aber auch in Kindergärten, Schulen, Jugendzentren oder in Sportvereinen gut verdienen. Für ein Portrait unserer Tochter in drei verschiedenen Ausschnitten (Ganzkörper, Oberkörper, Gesicht) und Formaten wie zum Beispiel Taschenkalender, Schlüsselanhänger, Schreibtischbilderrahmen, bezahlen wir 40€. Bei 30 Kindern in der Gruppe sind das 1.200€ Umsatz. Der Kindergarten hat fünf solcher Gruppen. Das sind dann 6.000€ Umsatz, die ein Familienfotograf da einfährt. Zeitaufwand ist hier etwa eine Woche. 20.000€ im Monat sollten drin sein. In der Vorweihnachtszeit läuft das natürlich besonders gut.

Produktfotograf für Onlineshops

Onlineshops brauchen andauernd neues Bildmaterial ihrer Produkte. Natürlich werden sehr viele Bilder schon direkt vom Hersteller oder Grosshändler geliefert. Aber auch in diesem Segment zählt oft die Originalität bzw. die Einzigartigkeit. Du solltest Deinem Kunden deshalb nahelegen, dass Du ihm die Möglichkeit bietest, sich Dank Deiner einzigartigen Bildsprache von der Konkurrenz abzusetzen und den Markt neu aufzumischen.

Potenzielle Kunden findest Du natürlich vorwiegend im Netz, also direkt in den Shops. Du siehst dann auch gleich, ob Du den gegenwärtigen Standard toppen kannst. Am besten, Du rufst kurz an, stellst Dich vor und fragst, ob Du dem Betreiber einige Beispielbilder von Dir schicken kannst.

Um reinzukommen, könntest Du zu Anfang auch ein Tauschgeschäft machen. Zum Beispiel kannst Du statt Geld auch einige Produkte als Honorar nehmen. So kommt der Händler gut dabei weg und Du kannst die Produkte, falls Du sie nicht selbst nutzt, weiter verkaufen.

Als Beispiel möchte ich hier mal Modefotos nennen. Am besten kommen natürlich Bilder rüber, bei denen die Kleidung von Modellen getragen wird. Potenzielle Käufer sehen dann gleich, wie der Artikel sitzt. Attraktive Modelle suggerieren zudem oft noch, dass man genauso schön wirkt, wenn man diese Kleidung kauft.

Kleidung am Model zu fotografieren, ist die Königsdisziplin. Aber hier läßt sich auch das meiste Geld verdienen. Mit einem Model kannst Du an einem zehnstündigen Shootingtag etwa 20 bis 30 verschiedene Outfits shooten. Von jedem Outfit sollten mindestens zehn verschiedene Motive entstehen. Details können bei entsprechender Auflösung in der Nachbearbeitung ausgeschnitten werden. Wenn es kleine Artikel sind, wie beispielsweise Unterwäsche oder Bademode, kann man auch mehr Outfits schaffen. Bei aufwändigen Roben und Anzügen etwas weniger. Pausen für Schminken, Umziehen, Essen, Trinken mit eingerechnet.

Als Beispiel aus der Praxis möchte ich mal ein Shooting für Damenwäsche für einen Grosshändler aus Flensburg erwähnen:

120 neue Artikel wurden mit 6 Models innerhalb zwei Shootingtagen verarbeitet. Das reine Fotografenhonorar betrug: 3.000€ brutto zzgl. Miete für Studio, Licht und Technik, sowie Assistenz.
Manchmal fordern Kunden auch noch Castings, Kontaktabzüge, Moodboards, diverse Requisiten oder Einrichtungsgegenstände etc. Je mehr Du in der Lage bist, für Deinen Kunden mit abzudecken, desto mehr Möglichkeiten hast Du, hier und da noch die Marge etwas zu dehnen.

Geld verdienen als Fotograf für Unternehmen

Je größer eine Firma ist, desto mehr gibt es dort zu fotografieren. Am Anfang stehen natürlich immer die Produkte und Dienstleistungen, gleich danach kommt das Personal, das glaubwürdig präsentiert werden will. In Fällen, wo das Bildmaterial nicht im Rahmen einer Marketingstrategie und vor gestalterischen Ansprüchen entsteht, ist es relativ einfach, gut und dauerhaft Geld zu verdienen.

Einige Firmen haben lediglich von der Führungsebene Bilder in der Datenbank, andere zeigen sich gern noch mit ihrem mittleren Management und auch Angestellten aus dem operativen Geschäft. Neben der Produktfotografie gibt es oft auch Showrooms oder Messestände, Präsentationsflächen und Veranstaltungen, PR-Maßnahmen, Pressebilder und Kampagnen, die entsprechend fotografisch dokumentiert werden müssen.

Bei Firmen arbeite ich in der Regel auf Basis von Stunden- und Tageshonoraren. Für die erste Stunde nehme ich 250€ und für jede Folgestunde 150€. Für die Nachbearbeitung und Retusche nehme ich zwischen 50 und 100€ pro Stunde.

Wie Du lernst, Deine Preise zu berechnen, erfährst Du auch in meinem Video auf Youtube. Schau einfach mal vorbei.

Als Beispiel nehme ich mal ein tschechisches Startup, dessen Führungsebene aus drei Herren besteht, die sich zum ersten Mal souverän im Anzug vorzeigen wollten. Mit jedem verbrachte ich etwa eine Stunde im Studio, vorher saßen sie jeweils noch eine halbe Stunde bei der Visagistin und warfen sich schick in Schale. Bis hierhin sind das vier Stunden á 150,-€ = 600,-€ Anschließend eine Stunde zum Preis von 50,-€ für die Sichtung und Selektierung der Bilder. Zwei weitere Stunden für die Nachbearbeitung in Lightroom, sowie eine Extrastunde für die Retusche von Hautunreinheiten und einer kleinen Schnittwunde vom Rasieren. Also nochmal drei Stunden á 100,-€. Insgesamt komme ich bei einem solchen Shooting auf ein Honorar von 950,-€ zzgl. An-/Abfahrt. Meine Preise sind inklusive Technik. Viele Kollegen berechnen hier nochmal zusätzliche Kosten für Licht- und Fototechnik extra.

Immobilienfotograf

Kein Markt ist so abwechslungsreich wie der Immobilienmarkt. Auch Projektentwickler und Bauträgerfirmen sind auf diesem Markt noch mit dabei. Generalunternehmer im Bauwesen könntest Du dabei genauso ansprechen wie Handwerksfirmen, die Bilder ihrer Referenzen benötigen. Bei den großen Maklern als Hausfotograf unter zu kommen, bedeutet nicht nur dauerhaft Einkommen zu generieren. Zwangsläufig beeinflußt man als Fotograf nachhaltig das visuelle Image des Maklers. Das ist eins der wichtigsten Argumente, das man auch anderen Kunden nahelegen sollte. Dass eine gewisse Kontinuität in der Qualität der Bildsprache langfristig das Image der Firma beeinflusst.

Da ich Bauzeichner bin, biete ich gern noch zusätzlich das komplette Aufmaß mitsamt einer Grundrißzeichnung an. Meist bin ich schon bei der Objektaufnahme dabei. So spart man sich viel Fahrerei und hat bei speziellen Fragen auch gleich alle Verantwortlichen vor Ort.

Die Bildreihen sortiere ich dann schon beim Fotografieren vor Ort entsprechend der Raumnummern im Grundriss in durchnummerierte Ordner. So kann der Kunde intuitiv nachvollziehen, welcher Raum wie aussieht und wo er innerhalb des Raumgefüges liegt. Wünscht der Kunde kein Aufmaß oder Grundriss, so schreibe ich den Raum oft auch einfach unten links in den Bildrand.

Neuerdings biete ich zusätzlich Immobilienfilme in unterschiedlichen Leistungspaketen an. Zum Beispiel den klassischen Durchgang durch eine Wohnung, von der Eingangstür, durch den Flur in die Küche, das Esszimmer und dann ins Wohnzimmer. Kurzer Blick durch die Balkontür nach Draußen, dann ins Schlafzimmer, Bad, Kinderzimmer etc. Und zum Schluß wieder zurück in den Flur und raus.

Wer es umfangreicher mag, bekommt noch einen Drohnenflug aus der Umgebung dazu. Einige Impressionen aus dem Betrieb des Maklers selbst. Den Text des Exposée’s als Voice-over. Oder ich begleite den Makler so, als ob er mich als potenziellen Kunden anspricht. In der Immobilienbranche geht Geld verdienen als Fotograf wirklich sehr gut.

Um bei Maklern reinzukommen, könntest Du beispielsweise Deine eigene Wohnung oder Dein Haus fotografieren bzw. filmen. Ein Thema, das hier wieder mit reinspielt, ist das so genannte Homestaging, also die optische Herrichtung der Räumlichkeiten. Einige Makler beschäftigen dazu eigene Mitarbeiter. Mit etwas Übung kann man das aber auch selbst schnell lernen, zumindest die Grundbegriffe und einige Tricks. Ich kann Dir hierzu das Buch von Iris Houghton empfehlen. Aber es gibt zu diesem Thema bei Amazon natürlich noch viele Beispiele mehr.

Fotografie Workshops

Es gibt Menschen, die ihr Wissen gern und gut an andere vermitteln. Dazu gehöre ich auch inzwischen. Und so biete ich von Zeit zu Zeit (ich gebe zu, ich könnte es etwas öfter und vielleicht auch regelmäßiger machen) Workshops an. Als Schwerpunkt habe ich bisweilen Glamour & Nudes gewählt. Also viel nackte Haus in reizenden Dessous und an ausgesuchten Orten. Hierzu suche ich mir geeignete Locations, Termine, Modelle, Visa/Styling, Outfits, Catering, Unterkünfte. Und wenn alles fest ist, kümmere ich mich um die Vermarktung.

Meine Workshops sind meistens Wochenendaktionen, wo die Fotografen am Freitag anreisen, am Samstag der Workshop läuft und am Sonntag wieder abgereist wird. Jeder teilnehmende Fotograf zahlt um die 1000,-€ inklusive Übernachtung und Frühstück zzgl. Anreise. Je nachdem, wie früh die Fotografen am Freitag anreisen, können sie sich die Models noch einzeln buchen. Am Tag des Workshops kommt dann auf zwei Fotografen ein Model. Meistens sind wir immer so 10 Personen insgesamt, also drei Modelle, sechs Fotografen und ich. Natürlich bekommen die Fotografen uneingeschränkte Modellfreigaben für die Vermarktung ihrer Bilder. Wichtig ist, dass Du Dir einen Haftungsausschluss unterschreiben läßt von allen Teilnehmern/-innen.

Hochzeitsfotograf

Geld verdienen als Hochzeitsfotograf ist natürlich auch noch eine Möglichkeit, und das machen auch sehr viele Fotografen. Inzwischen ist der Markt mit Leuten, die eine Hochzeit knipsen rappezappel voll. Auch hier zählt deshalb mehr denn je: gut sein reicht nicht. Du musst auf irgendeine Art auch besonders UND gut sein. Ich selbst biete meine Dienste auf www.hochzeitsfotograf.cz für Österreich und Deutschland an.

Zusätzlich zur reinen Fotoreportage biete ich nun ebenfalls die Anfertigung von Hochzeitsvideos an. Wenn man mit der Produktion im Schnittprogramm einigermaßen firm ist, ist der Zeitaufwand für die Produktion weitestgehend gleichzusetzen mit der Nachbearbeitung von Fotos.

Selbstverständlich habe ich auch auf Hochzeiten meine Fotomappe dabei. Zusätzlich lege ich noch ein paar Flyer und Visitenkarten von mir mit aus. Wenn man auf Standesämtern fotografiert, kann man meistens auch dort einige Exemplare in die Auslage oder in den Prospektständer tun. Weiterdenken hilft!

Mehr Wert bieten durch Mehrwert

Wann immer ich die Möglichkeit habe, meinem Kunden bei der Erfüllung seiner Wünsche behilflich zu sein, biete ich diese Services ebenfalls mit an. Mein Kunde hat dann ein(ig)e Sorge(n) weniger. Und ich kann mir noch etwas dazu verdienen. Hier mal einige Services, die ich meinen Kunden ebenfalls anbiete:

  • Modelcastings
  • Locationsuche
  • Licht und Effekte
  • Druck von Hintergründen
  • Kulissenbau
  • Visagisten und Maskenbildner
  • Stylisten
  • Bildbearbeitung und Retusche
  • Medienproduktion DTP

In Marketingkreisen sagt man zu diesem Prinzip Cross-Selling. Grob übersetzt könnte man dazu Querverkaufen sagen. Das Wort tritt es eigentlich schon ganz gut. Und meistens geht es auch viel einfacher, solche Nebenleistungen zusätzlich an den Mann bzw. an die Frau bringen, wenn man schon im Geschäft ist. Man muss lediglich den Mut haben, den Kunden dahin gehend anzusprechen.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Beitrag aufzeigen, was es noch alles für Möglichkeiten gibt, wenn es ums Geld verdienen als Fotograf geht. Wenn Dir mein Beitrag gefallen hat, lass doch einfach einen Kommentar da für mich. Natürlich darfst Du diesen Beitrag auch sehr gern teilen.


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Robert Kneschkes Standardwerk in der 5. Auflage – Meine Rezension

Für jemanden, der keinen Schimmer von Fotografie, geschweige denn von Stockfotografie hat, ist das Buch STOCKFOTOGRAFIE – Geld verdienen mit eigenen Fotos von Robert Kneschke* nachwievor sehr empfehlenswert, um einen globalen Überblick von dem zu bekommen, was ihn erwartet, wenn er professionell in diese Materie einsteigt.

Dieses Buch war auch meine erste Lektüre zum Thema Stockfotgrafie. Und in diesem Umfang gibt es bis heute keine zweite. Der Fairness halber muss man allerdings erwähnen, dass das Buch auch sehr sehr viele allgemeine Informationen zum Thema Fotografie enthält. Wissen, das man eigentlich voraussetzen kann, wenn man sich als Fotograf an das Thema Stockfotografie heran wagt. Entsprechend ernüchternd ist das erste Drittel des Buches dann auch für die Profis in der Leserschaft.

Da das Thema Stockfotografie im Allgemeinen und Microstock im Speziellen aber auch schon viele Jahre als Erlösung vieler Träumer vom passiven Einkommen kommuniziert wird, finden solche Bücher natürlich auch weiterhin Absatz.

Der erste Eindruck.

Auf den ersten Blick hat sich bei dem Buch von Robert Kneschke mit dem mittlerweile altbekannten Titel STOCKFOTOGRAFIE – Geld verdienen mit eigenen Fotos* erstmal nicht viel getan. Auf der Titelseite gibt es nun einen leicht schmunzelnden Mann mit Migrationshintergrund zu sehen, der eine Kamera in der Hand hält und mit seiner linken Hand Zeichen macht. Das Format ist gleich geblieben, und das Gewicht des knapp 500 Seiten starken Wälzers liegt bei etwas unter 1.2 kg – Ein ordentlicher Schinken, dem man sich schon bewußt widmen muss.

Beim kurzen Überfliegen hatte ich sofort das Gefühl, dieses Buch schon zu kennen. Trotz vieler seitens des Autors angekündigter Neuigkeiten, hat sich aus optischer Sicht scheinbar nicht viel getan. Oder doch?

Die Neuerungen

Vergleicht man die Inhaltsverzeichnisse der dritten Auflage mit der fünften, so fällt einem sofort auf, dass die ersten 186 Seiten bis einschließlich Kapitel 13 inhaltlich offensichtlich weitgehend unverändert geblieben sind.

Neues Kapitel: Mobile Stock

Als 14. Kapitel wurde jetzt das Thema Mobile Stock mit in den Inhalt aufgenommen. Seitdem Smartphones mit hochauflösenden Kameras ausgestattet sind und diverse Apps vielseitge Gestaltungsmöglichkeiten darbieten, ist es umso verständlicher, dass diese Instrumente zur Bildproduktion genutzt werden. Robert Kneschke geht in diesem Kapitel auf dreizehn Seiten auf das Fotografieren mit mobilen Gadgets ein, stellt einige Aufnahmearten und praktische Apps vor, die die Fotoproduktion über diese Art vereinfachen können.

Teil B – Fotos verkaufen

Im zweiten Teil des Buches geht es dann zum ersten Mal wirklich um das eigentliche Thema, nämlich um das Geld verdienen bzw. um das Verkaufen von Fotos. Der Workflow wird akribisch bis ins kleinste Detail beschrieben. Für besonders erwähnenswert halte ich hier die Kapitel der Verschlagwortung und der Statistik. Diese Informationen findet man nicht „mal eben schnell“ im Netz, in Foren oder Facebook-Gruppen. Und mit diesem Know-How macht sich die Investition in dieses Buch in kürzester Zeit bezahlt.

Was mir ebenfalls gefallen hat, sind die anderen Vertriebswege. Der Blick über den Tellerrand der Stockfotografie hinaus. Zwar sehr knapp, aber dennoch inhaltlich vollwertig legt Robert Kneschke weitere Möglichkeiten nahe, um noch mehr Geld mit den eigenen Fotos zu verdienen. Sei es über den Verkauf von eigenen Kalendern, Bildern für DIY-Seiten, Marktplätze für Kreative oder andere Bildagenturen.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass die Bildsprache in diesem Buch größtenteils nicht annähernd mit den Bildern im Portfolio von Robert Kneschke übereinstimmt. Wenn man beispielsweise sein aktuelles Angebot auf Adobe Stock (Link) anschaut, fragt man sich zwangsläufig, warum diese ausgezeichneten Bilder nicht Einzug in sein Buch gefunden haben. Man könnte fast vermuten, der Author wollte seinen Lesern absichtlich den gegenwärtigen Trend in der Bildsprache vorenthalten, um eine gewisse Leichtigkeit vorzutäuschen, mit der man auf dem Markt der Stockfotografie Fuss fassen könnte.

Ich vermisse in Robert Kneschke’s Buch noch Informationen darüber, wie umkämpft der Markt inzwischen geworden ist und mit welchen Schwierigkeiten Fotografen, die heute einsteigen wollen, konfrontiert werden. Als Beispiel möchte ich hier die großen Bildverschenkungsagenturen wie Unsplash nennen, wo Hobbyfotografen ihre Bilder kostenlos und uneingeschränkt zur privaten und gewerblichen Nutzung darbieten. Außerdem blockieren viele „alte Hasen“ mit ihren Riesenportfolios die Suchergebnisse, sodass es für Neulinge sehr schwer ist, sich im Ranking zu behaupten.

Meine Microstockumsätze im Buch Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos

Interessant hingegen finde ich die Aufschlüsselung der Einkünfte anderer Bildproduzenten und Fotografen, zu der auch ich diesmal beitragen durfte. Im Kapitel 30 des Buches werden die Ergebnisse von sechs Stockproduzenten vorgestellt und anschließend ausgewertet.

Im darauf folgenden Kapitel 31 stellt Robert Kneschke noch einige herausragende Persönlichkeiten in der Stockfotografie vor, die schon recht lange im Geschäft sind, und deren Umsätze weit über dem ermittelten Durchschnitt des vorherigen Kapitels liegen. Hier bekommt man als Abschluss nochmal einen großen Motivationsschub, um dem turbulenten Markt der Stockfotografie weiterhin die Stange zu halten.

Mein Fazit

Alles in allem hat das Buch auch in seiner fünften Auflage nicht an Bedeutung verloren. Es ist nach wie vor das ausführlichste Werk zum Thema Stockfotografie. Ob es etwas vergleichbares in anderen Sprachen gibt, habe ich nicht überprüft. Jeder, der in Erwägung zieht, mit seinen Bildern Geld zu verdienen und von der Idee der Stockfotografie angetan ist, kommt an diesem sehr umfangreichen und höchst informativen Standardwerk nicht vorbei. Der Kauf dieses Buches macht hunderte Stunden eigener Recherche wett.

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Meine Microstock Umsätze 2019 – Fünf Jahre Stockfotografie

Wie sich meine Microstock Umsätze entwickeln würden, konnte ich im Jahre 2015, als ich mit Microstock anfing, überhaupt nicht abschätzen. Fälschlicher Weise hatte ich mir erträumt, ich würde mal so richtig Geld verdienen. Zum Beispiel so, wie es Robert Kneschke in seinem Standardwerk Stockfotografie – Geld verdienen mit den eigenen Fotos* beschrieb: einfach mit weißem Hintergrund und ein paar Möbeln von IKEA… Dass diese Zeiten da schon längst vorbei waren, merkte ich sehr schnell…

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Shutterstock überholt Adobe Stock

(M)ein Loblied an Shutterstock

Trotz dessen, dass ich 2019 kaum neues Bildmaterial hochgeladen habe, haben sich die Umsätze bei meinen großen Umsatzbringern Shutterstock* und Adobe Stock im ersten Halbjahr nicht gravierend geändert. Im Gegenteil, sie entwickelten sich wie im Vorjahr prächtig weiter. Erst in der zweiten Jahreshälfte veränderten sich die Umsätze bei beiden Agenturen mit dem Ergebnis, dass Shutterstock Adobe Stock gegen Ende des Jahres erstmal überholt hat und nun die Spitze meiner Agenturen anführt.

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Was ist Stockfotografie?

Was ist Stockfotografie?

OK, das Video ist schon etwas älter. Aber ich veröffentliche es hier auf meinem Blog zum ersten Mal. In diesem Video erkläre ich Dir kurz und knackig, was Stockfotografie ist. Ohne viel Klugscheißerei. Du erfährst, wie es geht. Und ich verrate Dir auch, wieviel ich damit verdiene. Natürlich kannst Du alle Informationen auch hier im Blog einzeln nachlesen. Dazu kannst Du einfach mal in den Kategorien nachsehen oder vielleicht interessiert Dich ja auch schon einer meiner letzten fünf Beiträge.

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Adobe Stock erhöht die Vergütung für Bildlieferanten

Heute Morgen ereilte mich bei Facebook die freudige Nachricht, dass Adobe Stock (vormals Fotolia) die Vergütung für Bildlieferanten erhöht hat. Entgegen allen Trends in der Microstock-Szene, in der es in der Vergangenheit fast ausschließlich Senkungen der Vergütung gegeben hatte.

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Welche meiner Fotos verkaufen sich am besten?

Manche Fotos verkaufen sich vom ersten Tag an. Andere weniger schnell und manche gar nicht. Jedem Fotografen in der Stockfotografie dürfte dieses Phänomen bekannt sein. In diesem Beitrag möchte ich der Sache einmal näher auf den Grund gehen und herausfinden, welche Faktoren über Erfolg und Misserfolg eines Fotos entscheiden. Ich beziehe mich hier auf meine Bestseller (Stand 25.12.2016).

Meine Bestseller bei Fotolia

Meine Bestseller bei Fotolia

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