Stockfotografie 2021

Blick über die Schulter eines Fotografen auf einen Fotoapparat

Wohin wird die Reise der Stockfotografie 2021 gehen? Ganz besonders in Sachen Microstock zeichnet sich ja schon seit geraumer Zeit eine ernstzunehmende Krise ab. Hauptsächlich verursacht durch die großen Bildverschenkungsplattformen, wie ich sie immer nenne. Hinzu kommen noch die massiven Änderungen der Vergütungspolitik bei Shutterstock und vielen Nachzüglern, sowie einige weitere Gratiskollektionen.

Weiterlesen

Shutterstock Rezension

€1.891,23 hat mir Shutterstock im Jahre 2019 an Umsätzen beschert

Unabhängig davon, dass Shutterstock mich im letzten Jahr wirklich in mehrfacher Hinsicht überraschte, möchte ich mich in diesem Beitrag mal daran wagen, eine Rezension dieser Microstockagentur zusammen zu stellen.

Seit 2003 gibt es Shutterstock schon und wie es scheint, haben die Herrschaften im Management bis jetzt vieles richtig gemacht. Auch wenn es in der Vergangenheit mehrfach und genügend Gründe gegeben hat, auf dieses börsennotierte Unternehmen böse zu sein. Eines steht fest: Shutterstock gehört zu den größten drei Microstockagenturen der Welt. Wer hier seine Bilder verkauft, erreicht eine weltweite Klientél.

Weiterlesen

Alle Jahre wieder – Meine Microstock Umsätze 2020

Wie auch in den Jahren davor nutze ich die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr für die Auswertung meiner Microstock Umsätze. Das Jahr 2020 war ja geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Ich halte es so, dass ich bei Stagnation gern auch mal über den Tellerrand hinaus schaue, um mich gegebenenfalls umzuorientieren. Das letzte Jahr war denn auch von einigen Veränderungen bei mir geprägt. Sowohl geschäftlich als auch privat und persönlich.

Meine Microstock Umsätze aus den Jahren 2015 bis 2019

Am Anfang des Jahres sah es noch ganz rosig aus. Ich stand in den ersten Verhandlungen mit zwei meiner Dauerkunden im Automotive-Sektor. Und die ersten Lastminute-Anfragen zu Hochzeiten kamen auch schon rein. Am Jahresanfang eigentlich normal, dass es etwas hektischer zu geht bei mir. Viel Reiserei innerhalb Tschechiens, Deutschland und Österreich. Und ganz nebenbei entwickelte sich eine bedrohliche Pandemie aus China namens COVID-19, die wider Erwarten dann auch in Europa sehr schnell Einzug erhielt. Und spätestens als die Infektions- und Todeszahlen in der Alpenregion ins schier Unendliche schossen war allen klar, dass was passieren musste.

Für mich bedeute das fast von einem auf den anderen Tag, dass die Budgets im Marketing reduziert und die Verhandlungen bis auf weiteres eingestellt wurden. Als dann die ersten Länder Lockdowns anordneten, wurden auch Hochzeitstermine und Reservierungen aus dem Vorjahr gecancelt. Und so ging es dann auch erstmal weiter. Zumindest in Deutschland und später auch in Österreich.

Enfant terrible Shutterstock

Im Juni 2020 kam dann der zweite Knaller des Jahres. Shutterstock kündigte an, dass sich zukünftig die Vergütungsstruktur für Bildlieferanten massiv ändern wird. War die Höhe der Vergütung bisher vom generierten Gesamtumsatz abhängig, so wird ab 2021 und fortan ebenfalls zum Jahresanfang alles auf Null gestellt, und die prozentuale Verteilung der Anteile beginnt von Neuem. Weltweit hat dies zu erheblichen Protesten in der Szene der Microstock-Lieferanten geführt, und viele haben ihre Lieferungen aus Protest eingestellt. Einige sowohl Bilder als auch Footage, andere nur Footage. Ich habe mich entschlossen, nur noch einige wenige Bilder hochzuladen bei Shutterstock. Nachdem ich das erste Mal nur noch $2,31 für eine Videosequenz bekam, die vorher mehr als das Zwanzigfache generierte, stellte ich meine Lieferungen für Footage bei Shutterstock komplett ein. Sofern sich an der Vergütung nichts ändern wird bei Shutterstock, werde ich mich mit der Belieferung weiterhin zurückhalten. Hier und da mal ein paar B-Klasse-Fotos vielleicht. Mehr Zeit, sich anderen Agenturen zu widmen.

Bildverschenkungsplattformen Unsplash und Co.

Plattformen wie Unsplash, Pixabay und so weiter sind vom Prinzip eine tolle Idee, um Fotografen die Möglichkeit zu geben, ihre Bilder einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Und natürlich kann niemand niemandem vorschreiben, dass er für die eigene Arbeit Geld nehmen soll. Und so erfreuen sich diese Plattformen auch sehr großer Beliebtheit bei Bloggern und Redakteuren weltweit. Sehr zum Leidwesen der Microstock Bildlieferanten, die ohnehin schon verschwindend geringe Anteile an den vertriebenen Lizenzen bei den Microstockagenturen verdienen. Ich denke mal, dass sich dieser Trend ebenfalls auf meine Microstock Umsätze ausgewirkt hat.

Stockfotografie eBook

Das unerwartet hohe Kontingent an „gewonnener“ Freizeit nutzte ich bis Ende Mai dazu, meine bisherigen Erfahrungen mit der Stockfotografie niederzuschreiben und in Form eines eBooks zu veröffentlichen. Es kann einfach als PDF heruntergeladen und ausgedruckt oder mittels Konverter natürlich auch auf diversen Readern gelesen werden. Als Bonus gibt es noch meine TOP10-Tipps für den Erfolg in der Stockfotografie dazu. Außerdem kannst Du Dir noch ein weiteres Bonus-eBook herunterladen, das meine 10 schlimmsten Fehler in der Stockfotografie beschreibt, damit Du nicht die gleichen Fehler machst wie ich zu Anfang.

Ich habe das eBook bisweilen nur im Stockfotoforum propagiert und auf meiner Facebookseite. Vielleicht mache ich demnächst nochmal eine kleine Kampagne in den sozialen Medien. Die Erträge können sich sehen lassen. Ich danke an dieser Stelle für die Treue vieler meiner Leser/-innen und Blogbesucher/-innen. Vielen Dank für Euer Feedback.

Meine Microstock Umsätze 2020

Nun aber endlich zu den Ergebnissen, die im Vergleich zu den Vorjahren – wie zu erwarten war – wesentlich magerer ausgefallen sind.

AdobeStock 1.453,81 € / im Jahre 2019 1.718,27 (-246,46 €)
Shutterstock 1.177,13 € / im Jahre 2019 1.891,23 (-714,10 €)
iStock 256,54 € / im Jahre 2019 333,44 (-76,90 €)
Depositphotos 85,02 € / im Jahre 2019 105,67 (-20,65 €)
Dreamstime 33,26 € / im Jahre 2019 52,85 (-19,59 €)
123RF 30,85 € / im Jahre 2019 47,77 (-30,85 €)

Die Agenturen Alamy, Colourbox, CrushPixel, EyeEm und POND5 habe ich nicht mit aufgeführt. Die dort generierten Umsätze beeinflussen das Gesamtergebnis nur geringfügig.

Insgesamt betrugen meine Microstock Umsätze 2020 also 3.036,61 EUR. Das sind 1.304,92 EUR, also 30% weniger als im Vorjahr. Meine monatlichen Einnahmen schrumpften von 369,71 Euro im Vorjahr auf nunmehr 253,05 Euro. Das sind stolze 116,66 Euro weniger pro Monat. Einbußen, die sich in der Tat bemerkbar machen können.

Wie wird das Jahr 2021 werden?

Anlässlich der jüngsten Entwicklungen auf dem Markt denke ich, dass sich die Situation in Sachen Microstock noch weiter verschlechtern wird. Um in der Topliga mitzuspielen, muss man dauerhaft und viel erstklassiges Bildmaterial liefern. Als Einzelkämpfer ist das nur einigen wenigen vorbehalten. Vorwiegend denen, die in der Pionierzeit mit am Start waren und heute entsprechende Portfolios und daraus resultierende Rankings vorweisen können. Inwieweit das der oder die Einzelne mitmachen will oder kann, muss jede/r für sich selbst entscheiden.

Mein Testballon flog im Jahre 2015 recht gut davon und hat sich immerhin fünf Jahre lang auf gleichbleibender Flughöhe befunden. Jetzt gab es den ersten massiven „Absacker“. Ich vermute,  dass das erst der Anfang einer stetig weiter fallenden Kurve sein wird.

Um die Kosten gering zu halten, reduziere ich die Arbeit mit Models und konzentriere mich nun weiter auf Bildkompositionen und Konzeptbilder. Ich denke, dass ich auch in Sachen Flatlays und Foodfotografie noch einiges umsetzen werde. Wie viel es am Ende sein wird, sehen wir dann im Dezember.

Zum Glück gibt es noch viele andere Möglichkeiten, als Fotograf Geld zu verdienen. Und so kann man Verluste wie diese dann gut abfedern.

Hier nochmal meine Auswertungen der Microstock Umsätze aus den Vorjahren im Überblick

 

Alleinstellungsmerkmal auf dem Microstockmarkt entwickeln?

Mann schaut mit dem rechten Auge in ein Papprohr das er mit seiner rechten Hand festhält

Der Microstockmarkt ist nur einer von vielen Märkten, die sich stetig wandeln. Veränderung ist der progressive Motor der Wirtschaft. Davor können wir alle nicht weglaufen. Allerdings verändert sich der Markt in letzter Zeit in einer sehr rasanten Art und Weise. Und vorallem diejenigen, die allein von der Medienproduktion leben, trifft es derzeit hart. Nicht erst seit COVID-19. In diesem Beitrag möchte ich mal gedanklich etwas abschweifen und versuchen zu erörtern, wie sich der Microstockmarkt in absehbarer Zeit verändern wird.

Ich beobachte schon seit längerer Zeit ein Phänomen der Onlinebusinesskultur, das viele wirtschaftlich ausgebildete Kaufleute in den Wahnsinn treibt. Es ist die komplett andere, meines Erachtens falsche Denkweise vieler Händler/Anbieter. Statt sich den Markt der Nachfrager einfach zu teilen und so für stabile Preise zu sorgen, geht es vielen – vermutlich unzureichend wirtschaftlich denkenden – darum, die Konkurrenz zu unterbieten. Koste es, was es wolle. Zur Not wird auch die eigene Pleite in Kauf genommen. So gehen immer mehr Händler vor die Hunde. Doch es kommen immer wieder neue Goldgräber, die ihre Chance nutzen wollen. Entsprechend langwierig ist dieser Kampf. Sieger werden nur diejenigen sein, die einen „langen Atem“ haben und solche, die ABSOLUTE UNIQUE sind. Im Onlinehandel kann man bei gleichen Produkten ja erstmal nicht viel machen. Aber mit Mehrwert. Das kann die Videoaufbauanleitung für das Möbel sein oder prima Rezepte, die man mit dem neuen Küchengerät umsetzen kann. Je mehr man seinem Kunden entgegenkommt, ihn bzw. sie wertschätzt, desto wahrscheinlicher ist auch die Abschlussquote.

Was bedeutet das für den Microstockmarkt?

Sich ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Microstockmarkt zu erarbeiten, ist ja vom Prinzip her leicht nachvollziehbar. Man braucht ja lediglich nur solche Sachen anbieten, die andere nicht haben. Oder solche, die sich zumindest in der Darstellungsform unterscheiden. Im Fachjargon spricht man hier oft auch von einer Nische, die man sich suchen muss. Bei mir sind es in letzter Zeit vor allem Fotomontagen sogenannter Rollingshots. Also Motive, die eine gewisse Dynamik zeigen. Zum Beispiel Motorradfahrer, Skifahrer, Skater usw. Ich bin sicher noch nicht so weit wie zum Beispiel Lasse Behnke, aber mit jedem Motiv entwickelt man sich ja auch weiter.

Eine Bildkomposition von mir

Die wenigsten Stockfotografen bieten ihr Bildmaterial ja exklusiv oder teilexklusiv bei einer einzigen Agentur an. Mit dem Vorteil der weitaus höheren Vergütung. Auch Macrostockagenturen bieten höhere Vergütungen. Und das dort verfügbare Bildmaterial ist in den meisten Fällen von höherer Qualität als das bei Microstock. Hier findet Alleinstellung also tagtäglich statt. Und die Klientél dieser Agenturen fragt diese Einzigartigkeit auch nach.

Noch ein Gedankensprung von mir: eine weitere Möglichkeit, sich eine gewisse Exklusivität zu konstruieren ist die, jeder Agentur tatsächlich unterschiedliche Bilder zu liefern. Somit würde es auch in den Suchmaschinen keine Duplikate geben. Und somit könnte die Wertigkeit und die Attraktivität dieser Unikate ebenfalls zunehmen.

Bei vielen Hobbyfotografen dürften sich bei der Suche nach der richtigen Nische wohl aber einige Schwierigkeiten ergeben. Denn gerade die Masse der nebenbei geschossenen Schnappschüsse macht einen erheblichen Teil der Bilder aus, die es in jeglicher Form auf dem Microstockmarkt gibt. Wer sich also nicht ernsthaft mit seinem Bildmaterial auseinandersetzt, wird auf Kurz oder Lang wahrscheinlich immer weniger auf dem Microstockmarkt verdienen können.

Einige Ideen für Nischen auf dem Microstockmarkt könnten sein:

  • Flat Lay Fashion (ca. 340.000 Bilder bei Shutterstock, 242.000 bei AdobeStock)
  • Retro computer (ca. 73.000 Fotos bei Shutterstock, 196.000 bei Adobe)
  • Studio flash (ca. 42.000 Fotos bei Shutterstock, 54.000 bei Adobe)

In unregelmäßigen Abständen stöbere ich einfach mal in der Suche der Stockseiten und notiere mir ggf. die Ergebnisse, um dort entsprechend nachzulegen. Meine Vorgehensweise zur Inspiration hab ich auch in meinem eBook Erfolgreich Fotos verkaufen und Geld verdienen mit Stockfotografie ausführlich beschrieben. Es ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn man sich der Sache wirklich engagiert widmet.

Eine kleine unscheinbare App namens Stocked vom Entwickler Jarjarbits* ruft aus mehreren Quellen die aktuellen Suchanfragen ab und stellt sie im Stream, im 24h-Modus und im Wochenüberblick dar. Die Agenturen, die die Daten zur Verfügung stellen sind Stocksy, Shutterstock, 123RF, Crestock, Alamy und Dreamstime. Manchmal wundere ich mich doch, was gerade alles gesucht wird. Schau einfach mal im Google Playstore nach. Ob es sie auch fürs iPhone gibt, weiß ich nicht.

Auch wenn viele behaupten, mit erotischen Motiven könne man auf dem Microstockmarkt kein Geld verdienen. Das kann ich auch nach nunmehr fünf Jahren Stockfotografie nicht behaupten. Aber das muss jede/-r für sich selbst entscheiden. Unter meinen bestverkaufenden Sets bei Shutterstock liegt mein Erotik-Set auf Platz fünf. Darüber liegen bei mir die Sets Industrie, Gesundheit, Lifestyle und Bildung.

Wie denkst Du darüber? Versuchst Du ebenfalls, Dich mit einer gewissen Exklusivität am Microstockmarkt zu behaupten? Oder bietest Du vielleicht exklusiv an bei Westend, Stockfood, iStock? Ich freue mich über Deine Meinung und Stellungnahme 🙂

*: Der Entwickler Jarjarbits scheint die erwähnte App gerade aus dem Playstore genommen zu haben. Ich hoffe, dass das sich bald wieder ändert und habe bei ihm nachgefragt. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Mein Stockfotografie eBook ist da!

Es ist vollbracht!

Nach fünf Jahren als Bildlieferant für Microstock-Agenturen habe ich vor kurzem mein erstes eBook zum Thema Stockfotografie fertiggestellt. Für fortgeschrittene Fotografen und solche, die keine großen Leseratten sind, habe ich zusätzlich zwei kompakte Bonus eBook erstellt, in denen ich Euch einmal meine zehn größten Fehler und weiters meine zehn besten Tipps verrate.

Alle drei gibt es direkt zum Download, nur hier auf meinem Blog.

 

Geld verdienen mit Shutterstock & Co

Mein neues Video bei Youtube zum Thema Geld verdienen mit Shutterstock & Co. habe ich heute veröffentlicht. Es geht im Wesentlichen um die Grundlagen, wie man mit der Fotografie von Menschen bei Stockagenturen Geld verdienen kann. Ich bespreche nicht nur die technischen Anforderungen, die Bildaussage und die Verschlagwortung, sondern gebe auch einige Tipps zum Workflow bei der Bildproduktion mit Menschen bzw. mit Modellen. Schau doch mal vorbei. Hier geht es zum Video.

Zusätzlich habe ich noch ein kleines Video erstellt, wie man bei Shutterstock Bilder einstellt und das Keyword-Tool vorteilhaft für sich nutzen kann.

Stockfotografie Buch

Kurzmitteilung

Zur Zeit arbeite ich mich Hochdruck an meinem Stockfotografie Buch. Es behandelt alle Bereiche, die für einen Fotografen wichtig sind, wenn er sich dem Thema Stockfotografie ernsthaft widmen möchte. Neben den Grundlagen beleuchte ich vorallem den Workflow von der Vorbereitung über die Produktion bishin zur Vermarktung. Außerdem spreche ich das Thema Footage, sowie Stockfotografie mit dem Smartphone an.

Mehr zu meinem Stockfotografie Buch dann in Kürze auf diesem Kanal 🙂

Geld verdienen mit Stockfotografie

Wenn man als Fotograf/-in anfängt, sich mit dem Gedanken an eine berufliche Selbstständigkeit anzufreunden, beginnt man zwangsläufig über alle möglichen Einnahmequellen nachzudenken. In vielen Branchen werden unter Fotografen hauptsächlich Spezialisten gebucht. Also zum Beispiel Foodfotografen, Architekturfotografen, Automobilfotografen und so weiter. Wenn man selbst aber noch in der Allroundphase ist, in der man am liebsten alles mögliche fotografiert, dann ist es oft besonders schwer, eine dauerhafte Einnahmequelle zu finden. Deshalb will ich mich in diesem Beitrag einmal mehr dem Thema Geld verdienen mit Stockfotografie widmen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: der Markt der Stockfotografie ist hart umkämpft. Wer in der Topliga mitspielen will, muss wirklich talentiert, außergewöhnlich und zudem auch noch bereit sein, sich dauerhaft den Arsch aufzureißen, um sich an die Spitze der ganz großen Bildlieferanten bzw. auf die erste Seite der Suchergebnisse vorzuarbeiten. Auch wenn in vielen Büchern gern das Gegenteil suggeriert und von gelebten Träumen durch passives Einkommen berichtet wird. Auch in diesem Markt gilt mehr denn je: ohne Fleiß kein Preis.

Für alle, die mal kurz reinschnuppern wollen in das Thema Geld verdienen mit Stockfotografie, habe ich einige kostenlose Informationen hier auf meinem Blog zusammen gestellt. Du findest hier einen Überblick, wie Stockfotografie funktioniert, wie man an die Produktion von geeignetem Bildmaterial heran gehen sollte und natürlich auch, wieviel Geld Du damit verdienen kannst.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Die Stockfotografie hat einen riesigen Vorteil gegenüber der spezialisierten Berufsfotografie: sie ist eigentlich nicht spezialisiert. Jede/-r Fotograf/-in kann alles an Bildmaterial anbieten, über das sie/er verfügt bzw. wozu er/sie gerade Lust hat. Hinzu kommen auch noch Grafiker/-innen, die jede Menge Vektoren und Illustrationen anbieten, sowie Filmer und 3D-Künstler, die Footage und Animationen anfertigen. Alles in allem ein bunter Mix, der unendlich viele Möglichkeiten bietet.

Die Vorteile sind die Nachteile

Auch ich selbst bin inwischen nicht mehr nur als Fotograf aktiv. Viele meiner Bilder beinhalten meist auch einige Eingriffe mit Grafikprogrammen. Sei es ein nachträglich eingebauter Sonnenreflex, eine Grafik auf dem Display des Smartphones oder sogar die komplett am Rechner konstruierte Bildkomposition. Auch in 3D-Programme arbeite ich mich langsam ein und seit gut einem Jahr erstelle ich ebenfalls Videomaterial, also so genannte Footage. Die Übergänge zwischen den einzelnen Programmen sind genauso fließend wie die zwischen den einzelnen Medien. Vorallem aber auch, weil Geld verdienen mit Stockfotografie genau diese Anforderungen an Bildlieferanten stellt.

Wenn Du kein Geld verdienen willst…

Diejenigen unter den Fotografen, die sich wirklich nur auf das Ablichten von allgemein zugänglichen Motiven fokussieren, werden mit Stockfotografie sehr wahrscheinlich nicht glücklich werden. Denn das, was jede/-r andere auch fotografieren kann, beziehungsweise das, was jeder/-m anderen/-m auch zugängig ist, wird auch von jedem/-r anderen fotografiert. Und entsprechend hoch sind die Anteile von Bildern in diesen Kategorien. Gähnende Zootiere, hunderttausende Sonnenuntergänge, Straßen, Häuser, Fenster, Türen, Dächer. Blumen und Pflanzen und Tulpenfelder in Holland. Gibt es alles zu Hauf. Alles schön. Alles langweilig. Dafür muss man heute auch nicht Fotograf sein. Das kann jeder Hans und jeder Franz mit nem Billohandy machen und gleich mit der App hochladen. Und das Schlimme ist: es macht auch schon jeder Hans. Und bald auch jeder Franz. 😉

Schlimmer geht immer!

Und um es noch schlimmer darzustellen: es gibt inzwischen zig Bildplattformen, wo Fotos zur privaten und zur gewerblichen Nutzung verschenkt werden. Viele Hobbyfotografen, zu denen auch richtig außergewöhnlich gute gehören, freuen sich darüber, wenn sie jemanden mit ihren Bildern erfreuen. Wenn es Dir also ebenfalls nicht ums Geld verdienen mit Stockfotografie geht, dann solltest Du Dich schnellstmöglich bei den Bildverschenkungsplattformen wie beispielsweise Pixelio, Pexels oder Unsplash anmelden. Den Rest dieses Beitrags brauchst Du dann auch nicht mehr lesen, denn er ist nicht für diese Bildverschenker geschrieben!

 

Butter bei die Fische

Wenn Dir also klar geworden ist, dass Du mit Knipserei von Bildern, die jede/-r andere auch machen kann, kein Geld verdienen wirst, dann geht es nun ans Eingemachte. Ich verrate Dir, welche Art von Stockfotografie heute noch lohnenswert ist.

  1. Konzeptionelles
    Unter konzeptioneller Stockfotografie versteht man illustratives Bildmaterial, das spezielle Situationen, Gegebenheiten, Fakten beschreibt. Meist ohne Platz für weitere Interpretationen. Konzeptionelle Bilder machen unmißverständlich klar, worum es geht. Oft sind diese Bilder zudem noch Kompositionen. Bilder also, die aus mehreren Bildbestandteilen zusammen gesetzt wurden. Wenn Du zum Beispiel in die Suchmaske bei Shutterstock* die Anfrage nach „smart home“ eingibst, erhältst Du auf Anhieb Bildkompositionen, die dieses Thema einfach und plausibel erklären. Meist mit einem Smartphone in der Hand und im Kontext zu einem Raum oder einem Gebäude.

    Auszug des Suchergebnisses zum Thema SMART HOME bei Shutterstock | *Affiliate Link

    Konzeptionelle Bilder haben sehr weitläufig gefächerte Einsatzgebiete. Ob als klassische Illustration zu einem Zeitschriftenartikel oder als Veranschaulichung in Werbeprospekten. Das Thema geht logisch und leicht verständlich aus dem Bild hervor.

  2. Menschen lieben Menschen
    Nichts kann einen Menschen treffender darstellen als ein Mensch selbst. Logisch, denn menschliche Gesten, Handlungen und Gefühle lassen sich nunmal einfacher nachvollziehen. Portraits von einzelnen Personen kommen dabei genauso gut an, wie Bilder mit Paaren oder Gruppen. Bei Studiofotos sollte man zudem auf die passende Kleidung und auf Requisiten achten. Fotografierst Du hingeben draußen, ist es sehr wichtig, dass das Motiv bzw. die Bildaussage nicht durch einen zu lebhaften Hintergrund gestört werden.

    Suchergebnis bei Shutterstock* zu FRAUEN EINKAUFEN

  3. Schwer zugängliches
    Im Rahmen eines Shootings in einer Industrieanlage mit Schweissrobotern hatte ich die Gelegenheit, einige Shots für Stockfotos zu machen. Zwei sympathische Ingenieure zeigen sich auf den Bildern mit diversen Steuergeräten und einem Laptop, wie sie in der Anlage stehen. Der Bestseller dieser Bilderserie hat sich bis heute etwa 1200 mal verkauft. Davon 500 mal bei AdobeStock und 475 mal bei Shutterstock, den Rest teilen sich iStock und die anderen Agenturen.

    Während einer Produktion von redaktionellen Bildern für ein Krankenhaus, konnte ich neben diversen Geräten und Einrichtungen auch auf den OP-Sälen und in der Pathologie fotografieren. Einige Aufnahmen aus diesem Shooting gehören ebenfalls zu meinen Top-Sellern.

    Gehirnoperation in der Neurochirurgie

  4. HighTec
    Augmented Reality, Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung, Smarte Technologien. Das sind die Begriffe, die in der HighTec-Branche tagtäglich kommuniziert und entsprechend auch visualisiert werden müssen. Meist werden dazu Bilder mit grafischen Elementen aufgepeppt wie zum Beispiel Bildschirme aus Lichtplasma, die berührungssensitiv und beliebig im freien Raum erweiterbar sind. Futuristische Interieure und Architekturen sind im HighTec-Sektor genauso angesiedelt wie elektrisch betriebene Transportmittel.
  5. Lifestyle – Wie im richtigen Leben
    Was könnte wirklicher erscheinen als das echte Leben selbst? Genau. Nichts! Deshalb sind authentische Bilder, die das Leben schöner, fröhlicher und immer gut gelaunter Menschen darstellen, immer sehr gefragt. Seien es beste Freunde beim gemeinsamen Kochen, Studenten beim Abhängen in der Stadt oder eine Gruppe Millennials beim Picknick im Stadtpark. Mit gut gelaunten Menschen wollen sich alle gern identifizieren. Diese Fotos gehen bei mir denn auch überdurchschnitt gut weg.

Zum Geld verdienen mit Stockfotografie gibt es sicher noch viele weitere Bereiche, in denen man gutes Geld verdienen kann. Die obenbeschriebenen sind deshalb auch nur als Anregungen zu verstehen. Ob und in welchem Segment Du dann aktiv wirst, ist wieder ein anderes Kapitel. Vielleicht liegt Dir ja auch mehr die 3D-Gestaltung, Vektoren oder gar Footage? Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Meine Microstock Umsätze 2019 – Fünf Jahre Stockfotografie

Wie sich meine Microstock Umsätze entwickeln würden, konnte ich im Jahre 2015, als ich mit Microstock anfing, überhaupt nicht abschätzen. Fälschlicher Weise hatte ich mir erträumt, ich würde mal so richtig Geld verdienen. Zum Beispiel so, wie es Robert Kneschke in seinem Standardwerk Stockfotografie – Geld verdienen mit den eigenen Fotos* beschrieb: einfach mit weißem Hintergrund und ein paar Möbeln von IKEA… Dass diese Zeiten da schon längst vorbei waren, merkte ich sehr schnell…

Weiterlesen

Shutterstock überholt Adobe Stock

(M)ein Loblied an Shutterstock

Trotz dessen, dass ich 2019 kaum neues Bildmaterial hochgeladen habe, haben sich die Umsätze bei meinen großen Umsatzbringern Shutterstock* und Adobe Stock im ersten Halbjahr nicht gravierend geändert. Im Gegenteil, sie entwickelten sich wie im Vorjahr prächtig weiter. Erst in der zweiten Jahreshälfte veränderten sich die Umsätze bei beiden Agenturen mit dem Ergebnis, dass Shutterstock Adobe Stock gegen Ende des Jahres erstmal überholt hat und nun die Spitze meiner Agenturen anführt.

Weiterlesen